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Indogermanisches Etymologisches Woerterbuch [Pokorny] :

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Record number: 459

Root / lemma: eis-1

English meaning: to move rapidly

German meaning: `(sich) heftig, ungestu"m, schnell bewegen; antreiben = anregen, erquicken; auch vom Entsenden, Schleudern von Geschossen, Pfeilen'

Derivatives: Nominalbildungen: is@ro-s `kra"ftig, heilig', FlN Wort (e)isa:, oisa: usw. , ois-mo- `Ansturm, Zorn', ois-tro- `Wut'.

Material: Ai. is.n.a:/ti, i/s.yati `setzt in Bewegung, schwingt, schnellt (spritzt aus), treibt an; eilt, dra"ngt vorwa"rts', e:/s.ati `gleitet' (e:s.a/- `eilend', e:/s.a- `das Hineilen'), i:/s.ate: `enteilt' (Adv. i:s.a/t `anna"hernd'), is.an.at `er trieb an', is.an.ya/ti `treibt an, regt an', is.aya/ti `ist frisch, rege, kra"ftig; erfrischt, belebt', i/s.- f. `Erquickung, Labung' (auch in i/s.-kr&ti- `Heilung'), is.ira/- (: , Isara) `stark, regsam';

    av. ae:s^- `(sich) in eilige Bewegung setzen' (Pra"s. St. is^a-, is^ya-, ae:s^aya-, apers. ais^aya-), av. ae:s^ma- m. `Zorn';

    gr. dor. (: ai. is^ira/-), att. (r& : er, Schwyzer Gr. Gr. I 482), lesb. ion. (*isros) `kra"ftig, ru"stig'; weiter gr. , (wenn mit : zu lesen, so das| aus *-, - herleitbar) `entsende, leere aus; gies|e aus', Med. `entleere mich' (vgl. ai. is.n.a:/ti); , (, , -, , ) `meine, komme mit meinen Gedanken worauf, verfalle worauf', bei Hom. mit : entweder durch metr. Dehnung aus *->[]- oder aus*-[]_:, nachhom. o (aus );

    mit ablaut. oi:

    `stu"rmischer Angriff, Andrang', `stu"rme los', beides von Raubvo"geln, wie ved. e:s.ati auch vom Losschies|en des Raubvogels auf sein Nest (gr. Grundf. *, vgl. av. ae:s^ma-); hierher auch noch `Wut und die sie durch ihren Stich erregende Bremse', na"chstverwandt mit lit. aistra\ `heftige Leidenschaft', aistru\s `leidenschaftlich' (nicht besser oben S. 12); in a"hnlicher Bed. ;

    ob gr. `heile', `Arzt' hierher geho"ren, ist zweifelhaft; die att. Formen ohne Asper sprechen eher gegen intervok. -s- und das i: gegen anlaut. ei-; bei einem Kulturwortwa"re fremder Ursprung nicht verwunderlich; Theander (Eranos 21, 31 ff. ) geht von dem heiligen Rufe aus, was auch die schwankende Quantita"t des (die Heilgo"tter `I:, `I f. , `I:, I m. usw. , vielleicht auch der Stammesname `I(F), vgl. Schwyzer Gr. Gr. I 80, als -Rufer) erkla"ren wu"rde;

    `wa"rme' hat i> und braucht trotz Schwyzer Gr. Gr. I 681, 694, 700 nicht dazu zu geho"ren; s. oben S. 11 und W. Schulze Qu. ep. 381 ff. ; nach Wissmann Nomina postverb. 203 soll die lautsymbolisch gedehnte Schwundstufe der Wz. eis- darstellen, brauchte also der Quantita"tsdifferenz wegen nicht von getrennt zu werden;

    lat. i:ra, Plaut. eira (*eisa:) `Zorn';

    vielleicht hierher gall. Isarno- PN, isarno-dori `ferrei ostii', air. i:a"rn, mir. i:arann n. , cymr. haiarn (erfordert i>-), acorn. hoern, bret. houarn `Eisen' als das `starke Metall' im Gegensatz zur weicheren Bronze;

    germ. *i:sarnan n. , got. eisarn, ahd. as. anord. i:sarn `Eisen' ist wegen des i:- vielleicht aus ven. -illyr. *eisarnon vor dem germ. Wandel von ei zu i: entlehnt; vgl. den ven. FlN 'I, spa"ter I:sarcus, nhd. Eisack (Tirol);

    dazu der urir. PN I(s)aros, air. I:a"r, balkanillyr. iser, messap. isareti (Krahe IF. 46, 184 f. );

    ferner vielleicht das kelt. -ligur. -ven. -illyr. -balt. FlN Wort Is- im kelt. FlN Isara:, nhd. Isar, Iser, frz. Ise\re; *Isia:, frz. Oise; *Isura:, engl. Ure, usw. (Pokorny Urillyrier 114 f. , 161);

    die nhd. FlN Ill, Illach, Iller ko"nnen auch auf vorgerm. *Is-l- zuru"ckgehen und mit den lett. FlN Isline, Isli:cis, wruss. Isl/a (kann wegen des -sl/- nicht echt slav. sein) usw. verglichen werden; der Name der Iller: *Illura: kann mit dem VN der Illyrii verglichen werden;

    die Vollstufe *Eis- aus|er in I:sarcus noch in vielen balt. FlN: *Eisia:, lit. Iesia\, *Eisla:, lit. Iesla:, lit. Eisra, usw. (Bu:ga RSl. 6, 9 f. , Rozwadowski RSl. 6, 47); hingegen fu"hrt Bu:ga wruss. Istra, lett. SeeN Istra, lit. FlN Isra, apr. FlN Instrutis `Inster' und thrak. I auf *Instr- zuru"ck; bisher hatte man I aus *Is-ro-s erkla"rt;

    auf *ois- gehen zuru"ck wruss. Jesa (urlit. *aisa:/), lit. Ai~se`; unklar ist, ob trotz des Anlauts (Bruttium), ven. Aesontius > Isonzo, umbr. Aesis, Aesinus hierher gestellt werden du"rfen;

    anord. eisa (*ois-) `einherstu"rmen', norw. FlN Eisand, wozu ags. ofost, as. oast `Eile, Eifer' aus *o-aist-;

    hierher auch ai. i/s.u-, av. is^u- m. `Ðfeil'; gr. ds. aus *isu_-os, vgl. zur Bed. ;

    etrusk. aesar `Gott', ital. *aiso-, *aisi- ds. sind fern zu halten und kaum mit gr. gleichzusetzen.

References: WP. I 106 f. , WH. I 717 f. , Schwyzer Gr. Gr. I 282, 4825, 491, 6797, 681, 694, 700, 823.

Page(s): 299 - 301



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