ablaut. mit lat. cinis, -eris f. m. `Asche' (aus *cenis), Dimin. cinis-culus (, cinis sind wohl urspru"ngl. ein neutr. is-St. gewesen, und haben erst einzelsprachlich wegen des Nom. auf -is Geschlechtswechsel erlitten).
II. Schwere Basis ken@-, kne:-: att. , 3. Sg. Pra"s.
, spa"ter
-
`schabe, kratze; jucke',
,
,
`das Jucken',
`das Reiben, Kratzen; Jucken',
`Abschabsel',
`Schabmesser',
`Schabeisen' und `Ru"ckgrat' und `Brennessel'; att.
`Da"mon des Geschlechtstriebes' (auf ein ar. *kna:th- gleicher Geltung will Gu"ntert KZ. 45, 200 av. xnaa,t|aiti: `Name einer Pairika' zuru"ckfu"hren).
Ahd. nuoen, mhd. nu"ejen `durch Schaben gla"tten, genau zusammenfu"gen', ahd. hnuo, nuoa `Fuge, Nut', as. hno:a `Fuge, Nut, schmale Ritze', mhd. nuot `Zusammenfu"gung zweier Bretter, Fuge', nhd. Nut, Nute.
Mir. cna/i'm `verzehre, nage'; e:cna `Verzehren' (Stokes KZ. 41, 385) ist ganz fraglich;
mir. cna:im m. `Knochen' (*kno:-mi-s `Benagtes'), cymr. cnaw, Pl. cnofein.
1. d-Erweiterung kene:d-, ken@-d-:
gr. , -
Pl. `die den Schwertgriff gegen die Klinge abgrenzenden Za"hne oder Haken', Sg. `Schwert',
, -
:
m. `Achsenzapfen' (`*Zahn'),
`(bissiges =) wildes, gefa"hrliches Tier' (seit Hom. ), schwachstufig
Hes. , mit e der ersten Silbe (wie
,
, s. unten)
sizil. `Fuchs', att. als Schimpfwort, bei Hes. ,
,
';
lit. ka/ndu, ka/,sti (*kon@d-) `beis|en', ka/ndis `Milbe', kan~dis `Bissen' (sekunda"rer Schleifton) ka,/snis `Bissen', lett. kuo^z^u, kuo^du, kuo^st `beis|en, scharf sein, scheiden' (nach Persson Beitr. 808 auch kn/adas `Nachbleibsel beim Getreidereinigen; Reizen, Necken, mit sekunda"rer Mouillierung);
ksl. kusú `frustum', serb. kus `Bissen, Stu"ck', ksl. kusaju, kusati, serb. ku^sa:m, ku/sati (usw. ) `beis|en' (schleiftonig wie von leichter Wurzelf. ); abg. c^e,stü `Teil' (*kn&d-ti-); ohne s-Erw. poln. ka,dek `Bissen, Stu"ck, Brocken'.
2. Labialerweiterungen:
kene:-p-: gr. , -
`bissiges Tier',
Hes. ;
>
(*keno:p-) `Tier, bes. Schlangen und anderes giftiges Gewu"rm'.
kene:-bh-, ken@-bh-:
gr. `Kra"tze, Ra"ude', mit anlaut. s-
Hes. `Brennessel';
(
) `kratze, kratze auf, walke; zerreis|e, zerfleische',
`Weberkarde, womit der Walker das Tuch aufkratzt; Marterwerkzeug',
`Walker, Tuchscherer',
(
Eur. ,
Alkaios) `abgekratzte Wollflocken; Kissen' (die Auffassung von
- als Kreuzung von
- und
- =
n&
- ist unwahrscheinlich, s. Persson Beitr. 139);
gall. GN Cnabetius (: run. Gen. Hnab[i:]das), air. cnai `vellus' (aus dem Cymr. ), cymr. cnaif `Flies|', cneifio `tondere', ncorn. (?) kneu, bret. kreon~, Vannes kaneo `Flies|'; anders J. Loth RC 43, 408 f. ;
run. Gen. Hnab(i)das (idg. *kn@bheto/s `verstu"mmelt'), aisl. hnafa, Pra"t. hno:f `schneiden', hnefi m. `Faust, Schwert', mhd. neve `Faust', PN ags. Hnf, ahd. Hnabi; geminiert aschwed. nappa `kneifen, zerpflu"cken' und die j-Verba aisl. hneppa `kneifen, klemmen, dru"cken', ags. (einmal)hnppan `schlagen, gegen etwas stos|en';
fern bleiben jedoch ags. hnappian `schlummern', ahd. hnaffezen ds. , nhd. dial. na(p)fezen ds. (Wissmann Nom. postverb. 183);
lit. kniebiu\, knie~bti `leise kneifen'; lett. kna:\b-ju, -u, -t `picken, zupfen', Iter. kna:ba:t; lit. knab-u\, -e`/ti `scha"len (Kartoffeln u. dgl. )', knabu\s `langfingerig, diebisch, geschickt', knabe/nti, knebe/nti `(auf)picken', knimbu\, -au~, kni\bti `zupfen, klauben', lett. knibe^t, knibina^t Iter. `klauben' (-ni- kann Tiefstufe zu -ne>- sein); ob die folgenden Worte erst aus knib- gefolgerten Ablaut nach der i-Reihe haben oder z. T. alte Reste der i-Variante kenei-bh- sind, ist nicht sicher; lit. kny~buriuoti `mit irgendeiner Hand- oder Fingerarbeit bescha"ftigt sein', lett. knie^b-ju, -u, -t `zwicken', Iter. knaibi^t.
3. s-Erweiterung kene-s-, k(e)ne:-s-:
ai. redupl. ki-knasa- m. `Teile des zerriebenen Korns, Schrot, Gries|';
gr. , -
`Nesselart' (wohl aus *
[
]
);
got. hnasqus `weich, fein' (von Kleidern; urspru"ngl. entweder `durch Reiben oder Knistern weich gemacht' oder `weich wie gekratzte Wolle'), ags. hnesce `zart, weich, schwach', ahd. [h]nasco:n `naschen (*abknipsen), Leckerbissen genies|en'; lett. knu\osti, knuost `mit dem Schnabel im Gefieder rupfen'. Vgl. von der i-Basis kenei-s-: lit. knisu\ usw. , s. unten.
III. i-Basis keni-, ken@-i:
1. Grundlage des -w-St. gr. , lat. cinis, s. oben; gr.
-,
-,
-
`zerschabe, zerreibe, reibe auf u. dgl. ' (scheint *kn@i_-o:/ mit nach
-
,
-
bewahrtem i); dazu gr.
`unzu"chtig', eigentlich `pruriens', erwachsen aus einem Adv. auf -
wie
`Marsch' aus
Adv.
2. Dentalerweiterungen:
k(e)ne:>i-d-:
gr. (Fut.
>
) `schabe, kratze, reiae' (*
_
),
`Jucken, Sinnenkitzel',
`das Abgeschabte, Abgekniffene, Stu"ckchen, Brocken';
:
`Brennessel';
mir. cned `Wunde' (*knida:), dazu ir. cymr. cnes `Haut' (*knid-ta:);
aisl. hni:ta (hneit) `an etwas anstos|en', hneita (*hnaitjan) `stos|en, beleidigen', hnita, -aa `nieten', ags. hni:tan `stos|en, sticken', hnitol (mnd. netel) `sto"s|ig, cornipetus', gehn:st n. `Zusammenstos|, Kampf', as. of-hni:tan `wegreis|en';
lett. knie~de^t `nieten' (wie aisl. hnita); lett. knide^t `jucken, kriechen, sich bewegen'; daneben von einer Wurzelf. auf t: lett. kni\est, 3. Pra"s. kni\es^ Pra"t. kni\ete `jucken', knie~te^t ds.
Unter der Vorstellung des kratzenden, stechenden Geruches sind anreihbar: hom. :
`Opferduft, Fettdampf, Qualm' (*
:
-
-
:, vgl. lat. lixa : liquor, lit. tamsa\ : ai. tamas-; in die a>-Dekl. u"bergefu"hrt att.
>);
lat. ni:dor (*cni:do:s) m. `Bratenduft, Brodem, Dampf, Qualm';
aisl. hniss n. `Geruch, ekelhafter Geschmack beim Essen' (: hni:ta; vgl. got. stigqan `stos|en': ags. ahd. stincan `stinken').
3. Labialerweiterungen:
gr. :
, Akk. Pl.
`eine Ameisenart, die Honig oder Feigen annagt; unter der Rinde lebendes Insekt', mit anlaut. s-
:
`kleiner Holzwurm',
:
,
:
`knauserig',
:
,
:
,
:
`kneife';
Hes. ,
(s. dazu auch *gen-, gneibh- `zusammendru"cken');
mndl. nipen st. und schw. V. (ndl. nijpen) `kneifen, dru"cken, anru"hren, greifen', mengl. ni:pin `dru"cken' (germ. -p[p]-, vgl. :) aisl. hnippa `stos|en, stecken', hnippask `zanken', mengl. nippen `kneifen, klemmen', engl. nip, nd. ndl. nippen `nippen', nhd. bair. nipfen, nipfeln `nippen'; nd. nibbelen `abbeis|en'; vielleicht lit. knimbu\ u. dgl. (s. o. unter kene:-bh-), wenn mit altem i-Vokalismus.
4. s-Erweiterung: lit. knisu\, kni\sti `wu"hlen, graben', lett. knisis, knislis `kleine Mu"cke'.
IV. u-Basis kenu-, kneu-:
1. Gr. (F)
,
`das knarrende Reiben des Rades in der Radachse; Larm der Fu"s|e beim Marschieren',
:
`kratze leicht',
`das Kratzen, leichte Anpochen',
n. `Kra"tze',
Hes. ;
aisl. hnggva, hno,gg (und schwach hnyggja) `stos|en' (urspru"ngl. `reiben, kratzen') = ahd. hniuwan, mhd. niuwen `zerstos|en, zerquetschen' (ags. hnygelan, Plur. `Abschnitzel' aus *hnuvilan-?); ferner mit der Bed. `karg' (vgl. scha"big : schaben) aisl. hnggr `knapp, karg, sparsam', ags. hne:aw `karg, knauserig', mnd. nouwe `eng, schmal, knapp, gering, genau', mhd. nou, nouwe `eng, genau, sorgfa"ltig', nhd. genau;
lett. knu:du und knu:stu, Inf. knu:t und knu:st, Pra"t. knu:du `jucken' (d(h)- und st-Pra"s. , vgl. mit wurzelhaft behandeltem -d- auch knude^t ds. ); poln. knowac/ `zerstu"ckeln, a"steln', knowie `Strohsplitter'? (s. auch Bru"ckner KZ. 45, 313 wegen slav. *kúnú `Stamm', *kún/iga `Buch', woru"ber anders Berneker 663, 664).
2. Dentalerweiterungen:
Mit d: gr. ,
`Kra"tze',
`kratze mich'; u"ber
s. unten; ags. hnot `abgeschabt, kahl, kurzgeschoren'.
Mit dh: gr.
Hes. ,
Hes. ;
aisl. hnjo:a, hnau `stos|en, schlagen, nieten', ahd. pi-hne:otan `befestigen', mhd. niet m. f. `breit geschlagener Nagel, Niet', nieten `nieten'; aisl. hnyia `Werkzeug zum Schlagen oder Klopfen';
norw. dial. nuddast `abgestumpft werden' (mit s- schwed. mdartl. snudda `sanft beru"hren', Falk-Torp u. nudd); ahd. hnoto:n `schu"tteln', mhd. notten `sich hin und her bewegen', mengl. nodden, engl. nod `nicken'; aisl. hnoss f. `Kleinîd' (`geha"mmert'), ags. hnossian `klopfen'. U'ber lett. knude^t usw. s. oben 1.
Mit t: vermutlich got. hnuo:, hnuto: `', aisl. hnu:r `Stange, Pfahl', lett. knute, knutele `du"nne Stange' (oder Lw. aus nhd. Knu"ttel?).
3. g-Erweiterungen: gr. ,
,
`starkriechende Pflanze, Erigeron viscosumL. ' (wenn -
- aus -
_- ; auch -
_- ist gleich mo"glich; zur Geruchsbed. vgl. oben
, ni:dor); aisl. hnykr (*hnuki-) `Gestank' (daneben fnykr, snykr, knykr, nykr ds. , wobl spa"te Anlautswechselformen).
4. Labialerweiterungen:
Mit idg. b: got. dis-hniupan `zerreis|en', dishnupnan `zerrissen werden', aschwed. niupa `kneifen', ags. a:-hne:opan `abpflu"cken'; mit intensiver Kons. -Doppelung norw. mdartl. nuppa `pflu"cken, rupfen', ags. hnoppian `pflu"cken', da"n. mnd. noppe `Wollflocke, Zotte, Hechelhede';
mit idg. bh: aisl. hny:fill `kurzes, abgestumpftes Horn, Lamm mit solchen Ho"rnern', ndd. nobbe, nubbe `Wollflocke', mhd. noppe, ïîp `Tuchflocke' (eher Lw. aus mnd. noppe).
5. s-Erweiterung: lett. knau~sis `kleine Mu"cke' (wie knisis, k,nislis von der i-Basis).
References: WP. I 392 ff. , WH. I 217 f. , II 166 f. Page(s): 559 - 563
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